Metal Franconia 2026

Im Jahr 2007 war ich das erste Mal in Geiselwind im Steigerwald auf einem Metal-Festival, und seitdem mehr oder weniger regelmäßig. Zwar kenne ich die Gegend deswegen sehr gut, aber das kann ja auch ein Vorteil sein. Dieses Jahr beschließe ich, nach der Arbeit in den Zug zu steigen und einen Abend in Bamberg zu verbringen, durch das ich bisher nur durchgefahren bin. Außerdem möchte ich nach dem Festival die 200km nach Erfurt radeln, von wo aus ich dank der Schnellfahrstrecke mit dem Zug in 45 Minuten nach Leipzig komme.

Meine Reiseroute ist hier dargestellt. Die gelben Punkte zeigen meine Übernachtungsorte an. Selbstverständlich kneife ich in letzter Sekunde wieder, und buche mir ein Hotelzimmer fürs Festival. Wie sich herausstellen wird, zum Glück ;-)

Donnerstag Abend: Bamberg

Die Wettervorhersage verspricht 5 Tage schönstes Frühlingswetter mit bis zu 25 Grad. Meine Thermo-Hose lasse ich daheim.

Bei der Abfahrt in Leipzig sieht es tatsächlich nach Frühling aus. So als Kontrast zu meinen anderen beiden Kurztouren dieses Jahr.

Bis Bamberg sind es nur 2 ICE-Haltestellen. Freue mich trotzdem, als ich in Bamberg ankomme. Gefühlt ist hier jedes 3. Haus entweder eine Brauerei oder eine Brauereigaststätte. Ein paar kenne ich schon. Das Ahörnla noch nicht :-D

Erster Weg geht aber ins Sternla. Mehr Einheimische als Touristen, nur hab ich Schwierigkeiten mit dem Dialekt. "Pfiat di" muss ich googeln ;-)

Eine Übernachtung in Bamberg war definitiv eine gute Idee! Mir gefällt das Städtchen sehr; vor dem Schlenkerla ist eine kleine Freiluftparty, alles ist gemütlich und hat einen morbiden Charme, der mich voll anspricht ;-)

Freitag: Bamberg - Geiselwind

Mein Festival beginnt erst am Nachmittag, d.h., ich habe locker Zeit für 80km. Mittagessen im Hinterhöfle in Volkach!

Der erste Anstieg nach dem Frühstück ist immer der schönste, heute bis 15% Steigung über 150m Höhendifferenz an Dom und Neuer Residenz vorbei zum Sendemast auf dem Michaelsberg rauf ;-)

Danach einmal von Ost nach West quer über den Steigerwald.

Da ist der Steigerwald auch schon zu Ende -- da unten liegt Gerolzhofen, etwas dahinter an der Mainschleife dann Volkach. Auch das Hinterhöfle in Volkach kenne ich schon seit Jahren.

Habe ich ein Problem damit, Schäufela zum Abend- und zum Mittagessen hintereinander zu essen? Nein! Zumal das Schäufela im Hinterhöfle sogar noch besser als das im Sternla in Bamberg ist ;-)

Noch ein Blick auf den Main, dann herumdrehen und Richtung Geiselwind und Festival zurück in den Steigerwald!

Da kommt auch schon der Westrand vom Steigerwald in Sicht.

Wo ich schon mal hier bin, kann ich auch wieder über Prichsenstadt fahren, eines der schönsten Weinstädtchen hier :-)

Highlight des Abends ist für mich Thormesis, eine Post-Black-Metal-Band aus Rotenburg ob der Tauber. Überhaupt gefällt mir, dass viele spannende lokale Bands auftreten, mit denen man sich nach ihrem Auftritt vor der Bühne trifft. Bin sehr gerne hier :-)

82km und 1000 Höhenmeter, 18 Grad, sonnig.

Samstag: Geiselwind

Erwache leicht verkatert und beschließe eine kurze Tour zum Mittagessen und ein anschließendes Nickerchen, bevor's Abends wieder losgeht.

Darum fahre ich wieder an den westlichen Steigerwald-Rand. Wetter ist prima!

Meine Wahl fürs Mittagessen fällt auf die Stollburg, auf dem höchsten Weinberg Frankens. Hat fast etwas von Südtirol, wenn man sich die Alpen im Rücken vorstellen würde, erst recht bei dem Wetter ;-)

Es spricht sehr für die fränkischen Autofahrer, dass hier in den Dörfern die Hühner ohne Angst frei über die Straße laufen können, und nicht direkt plattgefahren werden.

Mein absolutes Highlight heute Abend ist Vreid, Extreme Metal aus Norwegen. Vreid hat die Besetzung von Windir mit neuem Sänger. Valfar, der Sänger von Windir, ist 2004 im Sognedal in einem Schneesturm erfroren -- 2008 war ich darum mal als "Gedächtnistour" durchs Sognedal geradelt ;-)

Sonntag: Geiselwind - Schleusingen

Mein Ziel für heute besteht darin, an den Südrand vom Thüringer Wald zu kommen. Dafür muss ich über den Steigerwald, den Main, die Haßberge und das Heldburger Land. Übernachtung vielleicht in Eisleben oder Schleusingen? Mal sehen wie weit ich komme.

Als ich Donnerstag Abend losgefahren bin, sagte der Wetterbericht doch noch 5 Tage schönes, warmes Wetter voraus? Wo kommt denn jetzt der Platzregen und der Wind her? Und dann noch ausgerechnet Nordwind, also Gegenwind? Fast 20 Grad kälter als gestern ist es auch.

Nachdem ich bis 10 im Hotel getrödelt habe, hörte der Regen endlich auf. Immerhin, bei fiesen Wolken macht man die schönsten Fotos ;-)

In der Nähe von Oberauchrach ist der Steigerwald langsam zu Ende. Hinten sieht man schon die Haßberge nördlich des Mains.

Finde in Eltmann einen Gasthof, der kocht wie Muttern. Das dürfte für einige Zeit auch die letzte Einkehrmöglichkeit gewesen sein. Nördlich des Mains gibts erfahrungsgemäß viel Natur, aber wenig zu essen.

Die Hassberge unterscheiden sich schon vom Steigerwald. Mehr extensiv genutzte Wiesen, kaum Rapsfelder, viel schöne Landschaft.

Hinter den Haßbergen kommt das Heldburger Land. Etwas, aber nicht viel flacher. Zum Ausgleich weniger Wald, der den Wind abhält :-)

Wenn man von Pfarrweisach nach Bad Rodach fährt, drängt sich so ein Zipfel Thüringen in den Landkreis Coburg. Das erkennt man sofort, die Gebäude ändern sich fundamental. Nix Fachwerk, stattdessen schwarzer Schiefer. Und schlechte Straßen ;-)

Hinter Bad Rodach kommt schon der Thüringer Wald in den Blick.

Habe ich den fiesen Wind heute schon oft genug erwähnt? Hier im Rodach-Tal mal ausnahmsweise von der Seite und nicht von vorn. Die Wetter-App sagt etwas von 40kmh Böen, und ich behalte die Regenjacke an, um nicht auszukühlen.

Schleusingen mit seiner großen, ewig in der Sanierung befindlichen Burg am Kreisverkehr erreicht! Hier war ich schon mal. Das Hotel ist schön, die Lage am Fuß vom Thüringer Wald praktisch, passt!

Mit der Küche bin ich auch sehr einverstanden ;-)

Das "Haus am See" gefällt mir sehr. Im geheizten Wintergarten bei einem guten Wein in den Regen gucken ist schon gemütlich. War eine harte Tagesetappe heute, spät losgekommen, lange Strecke, viele Steigungen, kalt und Gegenwind. Wenigstens kein Kopfsteinpflaster ;-)

127km und 1800 Höhenmeter, 8 Grad, windig und regnerisch.

Samstag: Geiselwind

Tagesziel heute ist der Bahnhof in Erfurt. Der Thüringer Wald macht mir keine Angst, der ist eher etwas für Senioren, Kleinkinder oder werdende Mütter. Bin vermutlich ziemlich schnell oben ;-)

Heute ab Mittag soll es Schneeregen oben im Thüringer Wald geben. Wenn ich früh genug loskomme, bin ich vielleicht schon drüber, bevor der Spaß beginnt?

Soll der Anstieg kommen. Mit der Hohen Straße Richtung Frauwald bin ich sehr einverstanden! Wetter hält.

Kurz vor Allzunah. Himmel zieht sich langsam zu, aber ich bin auch schon auf dem Kamm. Und habe Gegenwind ;-)

10 Uhr, und schon am Rennsteig. Der Thüringer Wald ist wirklich harmlos ;-)

Eigentlich wollte ich in Illmenau Thüringer Klöße essen. Aber es haben nur Imbisse und ein Asiate offen. Der Asiate kocht dafür aber auch sehr lecker, und macht auch den Teller richtig schön voll ;-)

Schon wieder unten. Jetzt nach Erfurt noch ordentlich Strecke machen, bevor der Regen einsetzt.

Irgendwo vor Kirchheim. Mein Weg nach Erfurt hat zwar Gegenwind, aber auch eine schöne Aussicht!

80km und 1150 Höhenmeter, oben auf dem Kamm 3 Grad, regnerisch, windig.

Um kurz nach 15 Uhr steige ich in den Zug nach Hause. Das war ein schöner Kurztrip! Die Wettervorhersage hat mich ja phantastisch hängen lassen. Bei der Abreise habe ich noch meine Thermo-Hose ausgepackt, weil ich dachte, die brauche ich bei Temperaturen von 25 Grad sowieso nicht. Zum Glück habe ich die dicken Handschuhe, die Skimaske und die Regensachen nicht auch noch ausgepackt! Den Steigerwald kenne ich mittlerweile sehr gut. Für die Fahrt von Geiselwind nach Erfurt habe ich aber eine Route gefunden, die ich größtenteils noch nicht kannte. Mit etwas besserem Wetter wäre die zwar schöner gewesen, aber wenn alles ganz genau so läuft wie geplant, wäre es ja auch langweilig. Und ich habe Vreid live gesehen! ;-)

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